Hormone
Was ist das eigentlich?

Hormone sind winzige Stoffe, die unser Körper in unterschiedlichen Organen bildet. Sie sind dafür da Infos an Zellen zu geben, damit diese ihr Verhalten verändern. Ohne sie würde unser Körper nicht funktionieren.
Verschiedene Hormone haben Verschiedene Aufgaben. Toni hat schonmal etwas von Insulin gehört. Es kann Zucker in unsere Körperzellen transportieren. Und Toni hat auch schon etwas von Östrogenen und Testosteron gehört. Sie werden oft als Geschlechtshormone bezeichnet. Mit Geschlecht haben die aber nur teilweise etwas zu tun. Es sind vor allem Wachstumshormone.

Alles was Testosteron so kann, ordnet die Gesellschaft männlichen Eigenschaften zu. Alles was Östrogen so kann, den weiblichen. Dabei haben aber alle Geschlechter beide Hormone. Jeder Körper hat sie in unterschiedlichen Zusammensetzungen.

Testosteron wird unter anderem in Hoden und Eierstöcken gebildet. Es nimmt Einfluss auf das wachsen deiner Muskeln, den Knochenaufbau und auf das Herz-Kreislaufsystem. In den Hoden selbst sendet das Testosteron Signale, sodass Samenzellen produziert werden. 

Das Testosteronlevel schwankt zyklisch, doch leider ist dies noch nicht ausreichend erforscht.


Testosteron reguliert Dinge wie den Haarwuchs und deine Stimmlage. In der Pubertät steigt der Testosteronspiegel im Körper an und deshalb wird die Stimme tiefer und Haare fangen an verschiedenen Stellen an zu wachsen.
Wächst einem Mädchen ein Bart, weil sie viel Testosteron im Blut haben, wird das als nicht normal betrachtet. Wir denken, jedoch, dass jeder Körper einzigartig und schön ist. Behaart und unbehaart. Körpernormen entsprechen nicht der Realität und Bartwuchs haben mehr Menschen, als du vielleicht denkst.

Bei allen Geschlechtern nimmt Testosteron Einfluss auf die Libido, also Lust auf Sex. Hast du viel Testosteron im Blut kann das deine Lust auf Sex steigern. Deshalb steigt bei vielen Personen in der Pubertät das Interesse an Sexualität an, weil auch der Testosteronspiegel steigt.
Aber Achtung! Kein Hormon hat alleine Einwirkung auf deine Gefühle und dein Verhalten. Es ist wissenschaftlich belegt, dass äußere Einflüsse, wie deine Erfahrungen einen viel größeren Einfluss auf die Libido haben, als das Testosteron. Es ist immer ein Zusammenspiel aus beidem.

 

Testosteron wird außerdem oft verbunden mit dominantem und aggressivem Verhalten. Wenn ein cis Mann sich aufdringlich verhält, soll er angeblich zu viel Testosteron haben. Das ist Quatsch! Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass Menschen ihr Verhalten nicht verändern, wenn ihr Testosteron-Level ansteigt.
Auch hier beruht unser Verhalten auf den Erfahrungen, die wir im Leben machen. Menschen verhalten sich dominant, weil ihnen das einmal beigebracht wurde. Dann werden sie in Situationen in denen sie unsicher sind laut, anstatt sich zurückzuziehen.

Hormone sollten nicht als Ausrede für Verhalten genutzt werden. Menschen haben immer die Wahl sich auf die eine oder andere Art zu Verhalten. Wir müssen lernen Verantwortung für den Umgang mit unseren Bedürfnissen und Gefühlen zu übernehmen.

Östrogene werden an unterschiedlichen Stellen in Körpern, zum Beispiel in Eierstöcken oder Hoden gebildet. Kommt es zu einer Schwangerschaft, bildet vor allem die Plazenta Östrogene.

Sie sind für die Lunge, die Leber und den Knochenaufbau zuständig.
 Vermindert sich das Level an Östrogenen im Körper, können die Knochen instabiler werden. Östrogene nehmen außerdem Einfluss auf die Fettverteilung im Körper und fördert zum Beispiel das Brustwachstum. Außerdem kann es nach einer Schwangerschaft die Bildung von Muttermilch unterstützen. 

Weiterhin ist es auch für das Hautbild zuständig. Viel Östrogen kann ein reineres Hautbild bewirken.
Außerdem sind sie notwendig für den Menstruationszyklus. Östrogene fördern das Reifen eines Eis im Eierstock bis zum Eisprung. Wenn das Ei in den Eileiter gesprungen ist, helfen sie dem Ei bei der Wanderung in die Gebärmutter.

Auch sind sie für die Bildung eines Sekrets in der Vagina zuständig, was unterstützt, dass Spermien in die Gebärmutter wandern, sollten sie beim Sex in die Vagina gelangen.

Östrogene werden außerdem für die hormonelle Verhütung benutzt. Sie sind beispielsweise in vielen Antibabypillen enthalten, in Kombination mit dem Hormon Progesteron. Durch die Einnahme verändert sich das Östrogen-Level im Blut. Dadurch wird der monatliche Eisprung vom Eierstock in den Eileiter verhindert. Die Rechnung ist dann ganz einfach: Ohne Eisprung keine Befruchtung, keine Schwangerschaft. 

 

Das Level von Östrogen und Progesteron steigt in der Schwangerschaft extrem an. Im Falle einer Schwangerschaft bewirken Östrogene im Zusammenwirken mit Progesteron, zum Beispiel, dass der Körper für das Stillen vorbereitet wird. So fangen in der frühen Schwangerschaft die Brüste an zu wachsen. Im Verlauf der Schwangerschaft übernimmt die Plazenta, die auch Mutterkuchen genannt wird, die Produktion des Östrogens.

 

Im Laufe des Lebens verändert sich die Hormonproduktion. Bei Menschen mit Gebärmutter wird die Funktion der Eierstöcke in der Lebensmitte zurückgefahren und irgendwann gänzlich eingestellt. Wann das passiert ist bei jeder Person unterschiedlich. Bei den meisten passiert es in den 40ern. Damit endet dann die Fruchtbarkeit. Viele Personen erleben außerdem in dieser Zeit eine Veränderung ihres Körpers und ihrer Stimmung. 

Progesteron kann  in den Eierstöcken von den Gelbkörpern gebildet werden. Ein Gelbkörper entsteht nach dem Eisprung, aus der Hülle, in dem das Ei sich entwickelt hat. Deshalb heißt es auch Gelbkörperhormon. Am Ende des Zyklus stellt der Gelbkörper die Produktion des Progesterons ein und verfällt. Progesteron kann auch in den Hoden gebildet werden.
Progesteron spielt ein wichtige Rolle beim Menstruationszyklus: Das Hormon baut die Schleimhaut der Gebärmutter auf. Die Gebärmutterschleimhaut ist dann zum Eisprung hin schön dick, sodass sich eine befruchtete Eizelle gut einnisten kann.

Beim Eisprung ist das Progesteronlevel dann sehr hoch. Wird die Eizelle nicht befruchtet, so wird die Produktion des Hormons beendet und die Schleimhaut wird damit nicht länger erhalten.
Manchen Menschen geht es in den Tagen vor ihrer Menstruation schlecht. Sie sind müde, traurig, reizbar oder haben Brust- und Rückenschmerzen. Wenn das auftritt wird von PMS, dem Prämenstruellen Syndrom gesprochen. Etwa siebzig bis neunzig Prozent (je nach Quelle) aller menstruierenden Menschen merken eine körperliche und/oder psychische Veränderung in dieser Zeit. Also eine ganze Menge.
Es gibt leider noch keine eindeutige Erklärung für die Ursache von PMS. Es wird vermutet, dass es ein Ungleichgewicht der Hormone Östrogen und Progesteron gibt.

Progesteron wird in der zweiten Zyklushälfte gebildet und auf das Abbauprodukt dieses Hormons reagiert der Körper empfindlich.
 Aber auch andere Faktoren können das Syndrom begünstigen, wie etwa Stress, Schlaf- und Bewegungsmangel, oder auch Nikotin- und Alkoholkonsum.

 

Gibt es einen Progesteronmangel, zum Beispiel durch eine Gelbkörperschwäche im Körper kann es zu Beschwerden kommen. Das kann zum Beispiel starkes PMS sein.

Wird die Eizelle befruchtet und es kommt zu Schwangerschaft, schütten die Gelbkörper noch bis zum 3. Monat das Hormon aus, um die Schwangerschaft zu erhalten. Gibt es einen Progesteronmangel, kann das zu einer Fehlgeburt führen.

 

Progesteron spielt eine große Rolle in der hormonellen Verhütung. Hierfür wird es chemisch hergestellt. Die sogenannte Minipille enthält nur das Hormon. Sie verändert den Schleim im Gebärmutterhals, so dass Spermien nicht in die Gebärmutterhöhle eindringen können. Außerdem wird verhindert, dass die Gebärmutterschleimhaut vollständig aufgebaut wird. Anders als bei der Pille, findet hier ein Eisprung statt, jedoch kann es sich im Falle der Befruchtung nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten. 

Progesteron

Östrogen

Testosteron